St. Martinskapelle Nenzingen (Patrozinium: 11.11.)
Die St. Martinskapelle in Nenzingen liegt malerisch auf einer Wiese Richtung Stockach. 1275 wurde
sie erstmals urkundlich erwähnt. Die Kirche geht auf eine Stiftung der Herren vom Homburg zurück. Angeblich war sie der Mittelpunkt eines dazugehörigen Ortes, der sich durch 'Wüstwerden' auflöste. Im Jahre 1470 ist erneut die Rede von einer Pfarrkirche außerhalb des Dorfes Nenzingen. Bei der Vorgängerin, der jetzigen Kirche hat es sich um einen gotischen Bau gehandelt. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts sollte ursprünglich der Chorraum umgebaut werden. Die Fundamente waren aber dafür zu schwach. Die heutige Gestalt geht deshalb auf einen Neubau 1716 durch Franz Jochum aus Schröcken, Bregenzerwald, zurück. Als markantes Wahrzeichen hat der Baumeister das Türmchen mit einer Zwiebelhaube bekrönt.
Im Innenraum herrscht große Schlichtheit. 1740 entstanden die besten Stücke der Kapelle, die vom berühmten Bildhauer Josef Anton Feuchtmayer geschaffenen Seitenaltäre, ähnlich denen von Birnau, die aber erst später entstanden. Über die Herkunft des Hochaltars und der Kanzel ist nichts bekannt. Vermutlich stammen sie ebenfalls aus einer ähnlichen, renommierten Barockwerkstatt.
Die Ölbilder der Seitenaltäre stelen links die Immakulata und rechts St. Fridolin als Abt während der Predigt dar. Das Hochaltarblatt zeigt die
Mantelteilung des hl. Martin, 1738 gemalt von Josef Ignaz Wegschneider. Die Bilder wurden 1857 durch einen Maler Polligkeit leider nicht zu ihrem Vorteil renoviert und haben viel von der ursprünglichen Schönheit und Ausstrahlung verloren.
Nachweislich wurde die Glocke bereits im Jahre 1216 auf der Reichenau gegossen. Damit ist sie eine der ältesten Glocken Deutschlands und hat seither alle Wirren der vergangenen Kriege schadlos überstanden. Ab 2006 läutet die Glocke wieder täglich um 12.00 Uhr zum 'Engel des Herrn'.
Nach mehreren Reparaturen seit 1835 wurde die Martinskapelle in vierjähriger Arbeit innen und außen aufwendig und grundlegend saniert und restauriert. Dach und vor allem die Turmkonstruktion mußten fast vollständig erneuert werden. In diesem Zuge erhielt die St. Martinskapelle im Jahre 2008 auch eine gebrauchte Sandtnerorgel. (Quelle: u.a. H. Rehm, Heimatbuch, Nenzingen)
P.S.: Gerne wird die Martinskapelle in Nenzingen als Hochzeitskapelle genutzt. Die Seelsorger unser Seelsorgeeinheit trauen nur Gläubige aus dieser Seelsorgeeinheit in der Kapelle, auswärtige Brautpaare sind herzlich willkommen, sie müssen aber ihren eigenen Seelsorger mitbringen.