Hans Werner IV. von Raitenau, einer der Söhne der Gräfin Helena von Raitenau und ihres Mannes Hans Werner III., ließ im Jahre 1627 diese Kapelle zu Ehren der Hl. Dreifaltigkeit, der hl. Maria uns seines besonderen Patrons, des hl. Johannes des Täufers erbauen. Er selbst gehörte dem Johanniter- bzw. Malteserordens an, der sich besonders um alte, kranke und hilfsbedürftige Menschen bemühte...Im Jahre 1586 starb die Mutter Helena von Raitenau in Langenstein und wurde in der von ihr erbauten Pfarrkriche beigesetzt....
Ausstattung der Kapelle
Im Mittelpunkt der Kapelle steht der monumentale, von der Architektur her massive Holzaltar mit dem großen Altarbild. Dieses Bild zeigt die Taufe Christi am Jordan durch Johannes den Täufer, umgeben von einer großen Volksmenge. Die dargestellten Personen sind zum größten Teil Mitglieder der Familie von Raitenau. Auf der linken Seite des Hochaltarbildes erkennt man mit Bart und die Hände gefaltet den
Erbauer Hans Werner IV. Im Vordergrund rechts oben Jakob Hannibal und seine Gemahlin Kunigunde Gremlich von Jungingen. Vor ihnen sitzen und knien zwei Töchter Jakobs Hannibals: Maria Jakobea und Maria Helena. Links hinter Jakob Hannibal ist mit rotem Legatenhut der Erzbischof Wolf Dietrich von Salzburg, darunter sitzend die Mutter Helena von Raitenau. Über Wolf Dietrich steht der Vater Hans Werner III. mit Vollbart. Am Ufer des Jordan sitzen die Brüder Hans Jakob und Hans Ulrichund darüber Hans Rodolf und sein Sohn Wolf Dietrich II. Die angrenzenden Frauengestalten sind zu der Zeit lebende und auch schon verstorbene Mitglieder der Raitenauer Familie. Links und rechts der Kapelle zieren die Epitaphe des Stifters Hans Werner IV. die Kapelle. Das linke Bild zeigt die Muttergottes mit dem Jesuskind; ihnen zu Füßen der Erzengel Michael, links der hl. Johannes Baptista und der hl. Franziskus, rechts der hl. Rochus mit Hund und neben ihm der Maler Gabriel Jäger aus Überlingen als Selbstbildnis.
Das Epitaph auf der rechten Seite zeigt die Himmelfahrt Christi, umgeben von den Vätern des alten Bundes und rechts die Väter und Heiligen des neuen Bundes. Der untere Teil des Bildes zeigt die zwölf Apostel mit den Kirchenpatronen Petrus und Paulus. Die Schriften weisen auf das Ableben des Stifters 1647 hin.
(Quelle: Alois Stemmer, Orsinger Kirchengeschichte, Konstanz 2011, S. 51ff)